Es gibt eine innere Übung, die ich heute teilen möchte:

Wenn du an eine herausfordernde Aufgabe oder ein intensives Ereignis in deinem Leben denkst, füge innerlich oder auch gern laut jedes Mal ein „und ich liebe es!“ dazu. Stelle dir vor, wie du die gesamte Energie in dein Herz nimmst. 100% Akzeptanz. 

Und bei den Dingen, die dir wehtun, frage dich: „Was lerne ich daraus?“ und freue dich auf die guten Überraschungen, die du auch bei scheinbar negativen Ereignissen erleben kannst. Nimm die wertvolle Lehre dankbar in dein Herz, denn am Misthaufen wachsen die schönsten Blumen.

Ein Beispiel, das mir diesen Herbst widerfahren ist: Ich wurde gehackt von einem Computer aus, der in Rumänien steht. Ich bin dadurch bei Facebook und Instagram unschuldig gesperrt worden und habe alle meine Freund*innen und Kund*innen verloren und meinen Instagram-Account mit über 1000 Fotos. Das war mein Online-Bilderarchiv. Alles weg. Meine Kontakte von all meinen Reisen, größtenteils weg.

Meine erste Reaktion war Wut, Angst, Ohnmacht. Ich habe es damals ehrlicherweise nicht geschafft „und ich liebe es!“ zu sagen oder zu fühlen. Aber diese Geschichte zeigt im Nachhinein so gut, daß ich es ruhig hätte lieben können:

Ich merkte damals nämlich als Erstes wieviel Zeit ich mir spare, wenn ich Social Media nicht mehr verwende. Und dann habe ich begonnen mich mit Online-Security zu beschäftigen. Ich habe mir einen Überblick über meine wichtigsten Online-Accounts verschafft, Daten aktualisiert, die Passwörter gewechselt und sicherere ausgesucht. Ich habe mir Videos zu Cyber-Kriminalität angesehen um zu verstehen was da abgeht. Der wirtschaftliche Schaden durch Hacker liegt im Milliardenbereich (Online-Artikel zum Nachlesen). Ich habe mir dank des Gehackt-Werdens einen Bereich meines Lebens zurückerobert, den ich zu wenig gepflegt habe. Ich spiele lieber Gitarre und singe als Updates runterzuladen und online Formulare auszufüllen, aber es hilft nichts. Ich finde es übrigens generell einen Wahnsinn, was einem mittlerweile abverlangt wird an technischem Wissen und Organisiertheit um den Überblick über alle Online-Transaktionen, Abos und Passwörter zu behalten. Ich arbeite seit 24 Jahren am Computer und bin teilweise richtig überfordert. Was macht denn erst jemand, der wenig Ahnung von Computern und dem Internet hat? 

Ich wurde jedenfalls von etwas abgeschnitten und durfte jetzt beobachten wie sich mein Leben dadurch ändert. Ich habe mich in der neu gewonnenen Zeit mehr auf mich und meine Projekte konzentriert, anstatt zu schauen was die anderen machen. Ich habe im echten Leben genug menschliche Kontakte und brauche eigentlich keine virtuellen. Wenn man sich um die Menschen im echten Leben wirklich gut kümmert und ihnen volle Präsenz schenkt ist man genug beschäftigt. Mir tut es nur leid um die, die weit weg von mir leben, da war ein digitaler Kontakt besser als keiner, aber ich werde neue Menschen kennenlernen und die wichtigen alten Bekannten auch so wiedersehen.

Ich habe mich übrigens auch mit der Seele des Hackers verbunden. Ich bin mit meiner Aufmerksamkeit zu ihm nach Rumänien gereist und habe mir vorgestellt was den Hacker, oder die Hackerin dazu bewegt andere Menschen digital zu attackieren. Wie es ist dort aufzuwachsen, wie es der Wirtschaft dort geht. Alles hat zwei Seiten. Und geblieben ist eigentlich hauptsächlich Dankbarkeit, daß ich so sicher aufwachsen durfte und eine gute Bildung erhalten habe. Solche Begegnungen erinnern mich daran, daß es offensichtlich nicht alle so gut hatten. Aber was ist schon gut und schlecht, aber das ist wieder eine andere Frage…

Kleines karmisches Detail am Rande, meine Familie hat Wurzeln in Rumänien aus der deutschen Minderheit dort. Wären meine Vorfahren nicht von dort weggegangen, wäre ich vielleicht dort geboren. Ich werde einmal eine Reise dorthin machen und mir selbst ein Bild machen. Es gibt dort wunderschöne Berge und Wälder was ich bisher so recherchiert habe…

Also fassen wir zusammen: ich habe mehr Zeit für mich, mehr Wissen über die digitale Welt und meinen Platz darin und eine Erinnerung an einen Teil meiner Wurzeln bekommen. All das habe ich mir irgendwann gewünscht, also kann ich nur sagen, ich wurde gehackt und liebe es!!!

Aho,
Mother Eagle